Neue Wettanbieter 2026 – wer in Deutschland legal an den Start geht
Wer in Deutschland nach einem neuen Wettanbieter sucht, landet schnell bei zwei sehr verschiedenen Sorten von Treffern: bei Marken, die seit dem Start des neuen Glücksspielstaatsvertrags im Juli 2021 erstmals eine deutsche Erlaubnis erhalten haben, und bei Ablegern etablierter ausländischer Konzerne, die erst seit Kurzem eine .de-Domain bespielen. Beide stehen 2026 nebeneinander, beide sprechen vom „Markteintritt in Deutschland“ — und doch entscheidet eine einzige Frage darüber, ob ein Angebot legal ist: Ob der Anbieter auf der Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder steht. Alles andere, der Bonus, die Quote, die Zahlungsmethoden, kommt danach. Diese Seite sortiert die deutschen Markteintritte der letzten Jahre nach diesem einen Kriterium, vergleicht die wichtigsten Lizenzdaten und zeigt, welcher Anbieter für welchen Spieltyp passt.

Stand: 18.10.2026 · Geprüft gegen die Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL), Halle (Saale), Stand der Liste: 2. Oktober 2026.
Was 2026 als „neu“ auf dem deutschen Wettmarkt gilt
Als „neu“ lässt sich ein Anbieter nicht über den Werbeetat oder das Logo definieren. Maßgeblich ist, wann die GGL die deutsche Sportwetten-Erlaubnis für die jeweilige .de-Domain erstmalig erteilt hat und ob sie noch gilt. Die ganz überwiegende Mehrheit der deutschen Lizenzen wurde am 9. Oktober 2020 ausgestellt, dem Tag, an dem das Regierungspräsidium Darmstadt die ersten Erlaubnisse für den Start des neuen Regelwerks vergab. Eine Reihe von Marken kam kurz danach oder erst 2021, 2022, 2023 hinzu — und einige in den letzten zwölf Monaten erst zu ihrer eigenen .de-Domain.

Belässt man es bei der Whitelist-Definition, dann sind „neue“ Anbieter 2026 vor allem drei Gruppen: Marken, die 2023 oder 2024 erstmals eine deutsche Sportwetten-Erlaubnis erhalten haben; Marken, die bereits seit 2020 lizenziert sind, aber erst 2024 oder 2025 ihr Sportwettenangebot auf der .de-Domain wirklich ausgebaut haben; und Marken, die mit einer neuen Domain auf eine bestehende Erlaubnis „aufgesattelt“ wurden. Dazu kommen Klassiker wie ODDSET, die schon unter der alten DDR-Erlaubnis Sportwetten anboten und ihre Lizenz 2020 erneuert bekamen.
Diese Mischung macht die Frage „wer ist neu“ tückisch. Ein Anbieter kann drei Jahre alt und trotzdem neu im Markt sein, ein anderer kann seit 2020 lizenziert und erst seit Kurzem für breite Kunden sichtbar sein. Für eine ehrliche Einordnung helfen drei Daten weiter: das Datum der ersten Erlaubnis auf der Whitelist, das Datum einer Folgeerlaubnis, und das Datum, an dem das Sportwettenangebot auf der jeweiligen Domain tatsächlich live ging. Diese Seite nimmt für jeden Anbieter die Whitelist als Ausgangspunkt und ergänzt, was die Anbieter selbst und Branchenquellen zum Markteintritt berichten.
Wer 2026 dazugekommen ist
LeoVegas etwa startete sein Sportwettenangebot auf der deutschen Marke LeoVegas.de nach eigener Mitteilung am 29. November 2024, obwohl die Erlaubnis für virtuelle Automatenspiele dort bereits seit dem 27. Februar 2023 lief — Sportwetten waren das bewusste zweite Standbein. Betway wiederum bekam schon am 9. März 2021 eine deutsche Online-Sportwetten-Erlaubnis, baute sein Angebot auf Betway.de aber Stück für Stück aus; die Erlaubnis für virtuelle Automatenspiele dort ist erst seit dem 2. Oktober 2026 verzeichnet. Daznbet, VBet und Merkur Bets gehören zur mittleren Welle 2023, Interwetten und AdmiralBet zur ersten Welle, die ihre Erlaubnis am 9. bzw. 2. November 2020 bekamen. Das Bild ist also kein einfaches „neu“ oder „alt“, sondern eine Staffel von Markteintritten zwischen Oktober 2020 und dem Herbst 2026.
Wer nach diesem Bild sortiert, sollte drei Dinge auseinanderhalten: das Datum der Lizenz (Whitelist), das Datum, an dem das Sportwettenangebot sichtbar wurde (Eigenaussage), und das Datum, an dem die Marke auf der eigenen Domain online ging (oft dasselbe wie die Lizenz, manchmal später).
Rechtslage: Wann ein Anbieter in Deutschland legal ist
Ein neuer Wettanbieter ist in Deutschland genau dann legal, wenn die GGL ihm eine Sportwetten-Erlaubnis nach § 9a Abs. 1 Nr. 3 GlüStV erteilt hat und die Domain, über die gewettet wird, in der aktuellen Whitelist nach § 9 Abs. 8 GlüStV aufgeführt ist. Alles, was auf einer .de-Domain läuft, ohne dort zu stehen, ist unerlaubtes Glücksspiel im Sinne von § 4 Abs. 1 GlüStV. Das gilt unabhängig davon, ob der Anbieter in Malta, Curaçao, auf den Philippinen oder in Gibraltar eine andere Lizenz besitzt. Diese Lizenzen haben in Deutschland keine Wirkung.

Die GGL selbst hat am 17. September 2026 ausdrücklich vor der Teilnahme an illegalen Angeboten gewarnt, etwa vor „Platin-Casino-ähnlichen“ Konstrukten. Die Aufsichtsbehörde sitzt in Halle (Saale) und beaufsichtigt bundesweit; in der ersten Erlaubniswelle 2020 und 2021 handelte das Regierungspräsidium Darmstadt noch als Erlaubnisbehörde, die Aufsicht liegt aber seit dem 1. Juli 2021 vollständig bei der GGL.
Eine Konzession aus Malta oder Curaçao ist also formal keine Sicherheit für deutsche Spielerinnen und Spieler. Sie zeigt, dass der Anbieter in einem anderen Rechtsraum reguliert wird, sie entlastet ihn aber nicht von der Pflicht, eine deutsche Erlaubnis zu haben, sobald er sich an deutsche Kunden wendet. In mehreren zivilgerichtlichen Verfahren haben deutsche Gerichte Anbietern, denen die deutsche Erlaubnis fehlte, die Rückzahlung verlorener Einsätze aufgegeben. Der Bundesgerichtshof hat dem Europäischen Gerichtshof am 25. Juli 2024 (Az. I ZR 90/23) im Fall Tipico die Frage vorgelegt, ob die europäische Dienstleistungsfreiheit einer solchen Rückzahlungspflicht entgegensteht. Der Generalanwalt des EuGH hat in seinen Schlussanträgen vom 19. März 2026 (Rechtssache C-530/24) grundsätzlich für möglich gehalten, dass auch nicht lizenzierte Anbieter zur Rückzahlung verpflichtet werden können, sofern die nationalen Behörden nicht ausdrücklich zugesichert haben, die Lizenzpflicht vorerst nicht durchzusetzen.
Was sich aus dieser Gemengelage für 2026 ergibt, ist nüchtern: Wer ein Wettkonto bei einem Anbieter ohne deutsche Erlaubnis eröffnet, hat keine Anbindung an OASIS, keine Anbindung an das gemeinsame Einzahlungslimit (LUGAS), keinen Insolvenzschutz für Spielergelder nach § 6b GlüStV und im Streitfall keinen deutschen Ansprechpartner. Eine Lizenz in Malta kann bestehen — sie verändert nichts an dieser Ausgangslage in Deutschland.
Was die Whitelist genau abbildet
Die Whitelist der GGL ist mit Stand 2. Oktober 2026 kein Verzeichnis aller Anbieter, die in Deutschland tätig sind, sondern das Verzeichnis der Anbieter, denen die Erlaubnis erteilt wurde. Sie führt 30 Einträge — 27 Inhaber einer Sportwetten-Erlaubnis, davon zwei zusätzlich mit Pferdewetten, und drei weitere nur für Pferdewetten. Jede Domain auf der Liste ist eine .de-Domain. Eine .de-Domain allein ist allerdings noch kein Beleg; eine Reihe nicht lizenzierter Anbieter nutzt ebenfalls .de-Domains über wechselnde technische Anbieter.
Wichtig ist, dass die Whitelist nur die Domain abbildet, für die eine Erlaubnis vorliegt. Einem Inhaber kann die Erlaubnis für mehrere .de-Domains erteilt sein — etwa Betway Limited für Betway.de, der Interwetten Gaming Limited für Interwetten.de —, aber jede dieser Domains ist eine eigene Erlaubnis und steht in einer eigenen Zeile. Wer auf einer Subdomain oder einer alternativen Domain spielt, die nicht auf der Whitelist steht, spielt nicht bei einem lizenzierten Anbieter.
Die Erlaubnis wird nach § 4c Abs. 1 GlüStV für fünf Jahre erteilt; die Whitelist zeigt aber nur das Datum der Erteilung und das Datum von Folgeerlaubnissen, nie ein Enddatum. Für die hier bewerteten Marken bedeutet das, dass die jeweils jüngste Erlaubnis zwischen 2022 und 2024 erteilt oder verlängert wurde und aktuell noch gilt, sofern die GGL keine andere Mitteilung macht.
Welche Wetten in Deutschland erlaubt sind
Der deutsche Rechtsrahmen erlaubt nur Wetten auf den Ausgang eines Sportereignisses oder auf klar definierte Teilereignisse, als Einzel- oder Kombiwette (§ 21 Abs. 1 GlüStV). Nur die Wettarten, die die GGL im Sportwettprogramm nach § 21 Abs. 5 freigegeben hat, dürfen angeboten werden. Live-Wetten nach § 21 Abs. 4 sind während eines laufenden Spiels nur auf das Endergebnis und auf seltene Teilereignisse erlaubt — etwa das nächste Tor im Fußball oder der nächste Satz im Tennis. Wetten auf den nächsten Punkt im Tennis oder den nächsten Korb im Basketball sind nicht erlaubt, weil solche Ereignisse zu häufig eintreten und manipulationsanfällig wären.
Blickt man auf die Sportarten, dann ist E-Sport in Deutschland nicht als Sport anerkannt; die GGL stellt klar, dass Wetten auf E-Sport nicht möglich sind. Wetten auf Sportereignisse, an denen überwiegend Minderjährige oder Amateure teilnehmen, sind ebenso untersagt wie manipulationsanfällige Wetten und Wetten auf Regelverstöße. Wetten auf sozialpolitische Ereignisse sind unzulässig; virtuelle Sportwetten werden hier nicht bewertet, weil die GGL sie nicht als etabliertes Segment anerkennt. Was bei welchem Anbieter in welcher Form läuft, regelt jeder Anbieter in seinem eigenen Wettprogramm.
Wer wo spielt: Geoblocking in Deutschland
Lizenzierte Anbieter in Deutschland dürfen nur Kunden mit Wohnsitz in Deutschland bedienen. Vor der Verifizierung darf ein Konto nach § 6a GlüStV höchstens 72 Stunden mit einem Einzahlungslimit von 100 € und ohne Auszahlung genutzt werden. Wer also 2026 auf Bet365.de, Betano.de oder einer anderen .de-Domain der Whitelist spielt, ist in der Vollversion des Anbieters und muss sich ausweisen. Wer sich bei einem Anbieter ohne deutsche Lizenz aufhält, kann zwar eine .de-Domain vorfinden, die Seite ist aber nicht Teil des deutschen Markts.
Spielerschutz: Was OASIS und LUGAS konkret bedeuten
Vier Mechanismen greifen ineinander, und sie gelten für jeden lizenzierten Anbieter gleichermaßen: die Altersgrenze 18 Jahre, das gemeinsame Einzahlungslimit, die Sperrdatei OASIS und der Panikbutton. Wer bei einem dieser Punkte ausweicht, ist bei einem nicht lizenzierten Anbieter.
Volljährigkeit: Die Teilnahme ist nach § 4 Abs. 3 GlüStV ab 18 Jahren möglich. Eine Identitätsprüfung erfolgt bei der Kontoeröffnung. Bevor diese Verifizierung abgeschlossen ist, gilt die genannte 72-Stunden-Übergangsfrist mit 100 € Einzahlungslimit und ohne Auszahlung.
OASIS: Die Sperrdatei OASIS nach §§ 8, 8a GlüStV wird bei Registrierung und Login abgeglichen. Wer dort eingetragen ist, darf sich nicht neu anmelden; eine Selbstsperre dauert mindestens drei Monate, wenn der Spieler eine Frist nennt, sonst mindestens ein Jahr. Eine Sperre wirkt übergreifend, weil OASIS für alle lizenzierten Anbieter gilt.
LUGAS: Das gemeinsame Einzahlungslimit nach § 6c Abs. 1 GlüStV liegt bei 1.000 € pro Kalendermonat und gilt über alle Anbieter hinweg, an die der Spieler sich anschließt — verwaltet über die Limitdatei der GGL. Eine Erhöhung bis 10.000 € ist nur mit nachweisbarer wirtschaftlicher Leistungsfähigkeit möglich, eine Erhöhung bis 30.000 € darüber hinaus nur für höchstens ein Prozent der aktiven Spieler eines Anbieters; eine Selbsterklärung reicht nicht. Eine Senkung greift sofort, eine Erhöhung erst nach sieben Tagen. Parallel-Spiel, also das gleichzeitige Spielen bei mehreren Anbietern desselben Konzerns, ist nach § 6h GlüStV über die Aktivitätsdatei ausgeschlossen.
Panikbutton: § 6i Abs. 3 GlüStV verpflichtet Anbieter, eine sofortige 24-Stunden-Sperre anzubieten, die direkt im Konto ausgelöst wird. Offshore-Anbieter sind weder an OASIS noch an LUGAS angeschlossen — wer dort spielt, entzieht sich diesen Schutzmechanismen vollständig.
Was das für unterschiedliche Spielertypen heißt
Wer mit kleinem Budget spielt und einen klaren Monatsrahmen braucht, profitiert von der 1.000-€-Obergrenze, weil der Rahmen quer über alle Anbieter gilt. Wer mit hohem Einsatz spielt und nachweisen kann, dass er wirtschaftlich dazu in der Lage ist, kann individuell auf bis zu 10.000 € erhöhen lassen — bei einem Anbieter, der diese Erlaubnis besitzt, mit dokumentiertem Nachweis und einer Woche Vorlauf. Wer eine Pause braucht, löst den Panikbutton aus; wer sich langfristig sperren will, schreibt sich selbst per OASIS. Beide Wege stehen nur bei Anbietern mit deutscher Lizenz zur Verfügung.
Bonus und Gratiswetten: Was Willkommensangebote 2026 wirklich kosten
Bei neuen Buchmachern ist der Bonus meist das erste, was Marketing anpreist. Zwischen Whitelist und Willkommenspaket steht aber eine nüchterne Frage: Was nimmt der Anbieter dafür? Jeder Bonus hängt an Umsatzbedingungen, die in den AGB des Anbieters stehen — über die Höhe, die Mindestquote und die Frist. Die Rechtsgrundlage dafür liegt nicht im GlüStV, sondern in den Geschäftsbedingungen; der GlüStV schreibt weder eine Obergrenze noch eine Form für Sportwetten-Boni vor. Wer 2026 einen Bonus annimmt, sollte drei Größen prüfen: den Umsatzfaktor, die geforderte Mindestquote und die Frist, in der die Bedingungen erfüllt sein müssen.
Umsatzfaktor: Die meisten Anbieter verlangen, dass Bonus und Einzahlung oder nur der Bonus eine bestimmte Anzahl Male zu einer Mindestquote umgesetzt werden, bevor eine Auszahlung möglich ist. Faktor 5 auf den Bonus heißt: Wenn 100 € Bonus ausgezahlt werden, müssen 500 € an qualifizierenden Wetten platziert werden. Faktor 10 heißt 1.000 €. Wer den Bonus vor Erfüllung der Bedingungen auszahlt, verliert Bonus und Gewinne. Die einzelnen Faktoren bewegen sich 2026 typischerweise zwischen 3- und 10-fach, mal auf den Bonus allein, mal auf Bonus plus Einzahlung.
Mindestquote: Viele Boni akzeptieren nur Wetten ab einer bestimmten Quote, etwa 1,80 oder 2,00. Kombiwetten sind oft erst ab drei oder vier Beinen zugelassen. Eine Mindestquote filtert genau die Wetten heraus, die einen niedrigen Umsatzbeitrag leisten, und zwingt Spieler in riskantere Märkte — was den erwarteten Verlust während der Bonuserfüllung erhöht.
Frist: Typisch sind 30, 60 oder 90 Tage ab Gutschrift. Wer in dieser Frist nicht den vollen Umsatz erbringt, verliert Bonus und Gewinne. Bei kombinierter Frist und Mindestquote ist das die unsichtbare Falle, die viele Angebote übersehen lassen.
Warum „risikofrei“ fast nie risikofrei ist
Viele Anbieter bewerben eine „risikofreie Wette“ oder „Freebet“. Der Mechanik nach ist das eine Gratiswette, deren Einsatz im Verlustfall nicht zurückerstattet wird. Wer 10 € als Gratiswette auf Quote 3,00 setzt und gewinnt, bekommt 30 € ausgezahlt — nicht 40 €. Geht die Wette verloren, ist der Einsatz weg. Der Wert einer Gratiswette richtet sich nach ihrer Höhe, der angespielten Quote und der Auszahlungsquote des Marktes; je niedriger die Quote, desto weniger ist sie wert. Bei Quote 1,50 ist der Bruttogewinn nur 5 €, bei Quote 5,0 sind es 40 €. Hohe Quoten lohnen sich also — aber hohe Quoten sind auch die Wetten, die am häufigsten verlieren.
Cash-Back, „Boosted Odds“ und Quotenboosts funktionieren nach anderen Mechanismen, enden aber bei derselben Grundrechnung: Der Anbieter holt sich seinen Vorteil über die Quote zurück, nicht über den Bonus. Bei einem Quotenboost von 5,00 auf eine Wette, die eigentlich 4,50 stehen würde, liegt der effektive Vorteil niedriger, als der Boost vermuten lässt.
Welche Kosten ein Bonus tatsächlich erzeugt
Wer 100 € Bonus mit 5-fachem Umsatz bei Mindestquote 1,80 freispielen will, muss 500 € auf Wetten ab Quote 1,80 setzen. Bei einem Markt mit typischer Auszahlungsquote von 94 % erwartet die Spieltheorie einen Verlust von etwa 30 € allein aus den qualifizierenden Wetten. Dazu kommt der Verlust, der auch ohne Bonus entstehen würde. Wer den Bonus vor Ablauf der Frist zurückzieht, verliert den Bonus und erspart sich keine Kosten, weil die bereits geleisteten Wetten bereits umgesetzt sind — die Kosten sind also bereits angefallen. Ein Bonus ist Marketing der Anbieter, kein Geschenk an die Spieler, und der Preis dafür ist die Marge des Marktes, auf dem umgesetzt wird.
Zahlungen und Auszahlung: Welche Methoden wirklich ankommen
In Deutschland unterliegt die Zahlungsabwicklung nach § 6b Abs. 4 GlüStV einer harten Bedingung: Geld darf nur von einem Zahlungskonto fließen, das auf den Namen des Spielers lautet und bei einem Institut geführt wird, das dem Geldwäschegesetz unterliegt. Anonyme Zahlungsmittel sind ausgeschlossen. Das schließt Kryptowährungen ohne identifizierten Inhaber aus, ebenso Prepaid-Gutscheine ohne namentliche Zuordnung. Welche konkreten Zahlungsmarken ein Anbieter akzeptiert, ist eine Sache seiner Geschäftsbedingungen und nicht der Rechtslage.
Wer 2026 in Deutschland spielt, findet bei allen Whitelist-Anbietern ähnliche Bausteine: Banküberweisung (SEPA), girocard, Kreditkarte (Visa, Mastercard), Sofortüberweisung und Klarna. Apple Pay ist über die angeschlossenen Karten nutzbar, wenn der Anbieter Apple Pay als SEPA-Zahlung akzeptiert; PayPal ist seltener, weil Anbieter mit PayPal vertragliche Beschränkungen akzeptieren müssen, die für manche Märkte nicht attraktiv sind. Paysafecard ist in Deutschland als Prepaid-Variante verfügbar, fällt aber unter dieselben Eigennamensregeln — wer ein Konto zu seinem Namen hat und die Prepaid-Karte unter gleicher Identität nutzt, kann sie einsetzen, ohne sie verliert der Anbieter die Auszahlungsfähigkeit. Krypto und anonyme Prepaid-Varianten, auch über Paysafecard-Vermittler ohne Registrierung, fallen durch.
Auszahlungsdauer als Differentiator
Die Auszahlungsdauer ist keine Pflichtgröße im GlüStV, aber § 6b Abs. 6-7 schreibt vor, dass bei Kontoschließung der Restbetrag binnen fünf Werktagen ohne Gebühren ausgezahlt wird. Im laufenden Betrieb bestimmen die Anbieter selbst, wie schnell Auszahlungen abgewickelt werden. E-Wallets und Trustly-/Sofort-typische Verfahren schaffen es häufig binnen 24 Stunden, SEPA-Banküberweisungen brauchen in der Regel ein bis drei Werktage, weil sie über das reguläre Bankclearing laufen. Kreditkarten-Rückbuchungen hängen vom Kartenherausgeber ab und können bis zu fünf Werktage dauern. Welcher Anbieter hier schnell ist, ist eine Frage der internen Prozesse und nicht der Lizenz.
Treuepunkte und Spielergeld
Spielergelder liegen auf einem insolvenzgeschützten Treuhandkonto, getrennt vom Vermögen des Anbieters. Im Fall einer Insolvenz sind diese Gelder geschützt; im normalen Betrieb greift dieser Schutz nur, wenn tatsächlich Insolvenz eintritt. Bei einer Kontoschließung — eigeninitiativ oder durch eine Sperre — wird das Guthaben in der Regel binnen fünf Werktagen ohne Gebühr ausgezahlt. Wer vor einer Auszahlung noch offene Boni hat, lässt diese verfallen, weil die meisten Anbieter den Bonuswert bei Auszahlung stornieren.
| Anbieter | GGL-Status (Inhaber) | Sportwetten-Erlaubnis seit |
|---|---|---|
| AdmiralBet | Greentube Betting Malta Limited | 09.10.2020 |
| bet365 | Hillside (Europe) ENC | 09.10.2020 |
| Tipico | Tipico Co. Limited | 09.10.2020 |
| Tiptorro | Torro Tec Limited | 30.06.2021 |
| NEO.bet | Greenvest Betting Limited | 09.10.2020 |
| Interwetten | Interwetten Gaming Limited | 02.11.2020 |
| ODDSET | ODDSET Sportwetten GmbH | 18.11.2020 |
| Betway | Betway Limited | 09.03.2021 |
| bpremium | Ladbrokes (Deutschland) Limited | 09.10.2020 |
| Wettarena | I.B.C. Sportsbetting Limited | 09.10.2020 |
Interwetten
Die Interwetten Gaming Limited mit Sitz in Tigne’ Point, Sliema, Malta, betreibt Interwetten.de und ist auf der GGL-Whitelist geführt. Die Erlaubnis datiert vom 2. November 2020, eine Folgeerlaubnis wurde am 27. Dezember 2022 erteilt. Interwetten darf bereits seit Dezember 2012 in Schleswig-Holstein Sportwetten anbieten, was das Unternehmen zu den erfahrensten Anbietern auf dem deutschen Markt macht — auch wenn die bundesweite Erlaubnis später kam.
Was das für deutsche Spieler 2026 bedeutet: Interwetten ist eine etablierte Marke mit österreichisch-maltaischer Tradition, bundesweiter deutscher Erlaubnis und einer der längsten Sportwetten-Genehmigungen in Deutschland überhaupt. Wer ein stables, gewachsenes Produkt mit klassischem Wettprogramm sucht und nicht zwingend das jüngste Live-Angebot braucht, ist hier richtig. Wer die jüngsten Livewetten-Features erwartet, muss prüfen, ob Interwetten das aktuell im Wettprogramm abbildet.
AdmiralBet
Die Greentube Betting Malta Limited führt die Whitelist-Erlaubnis für Admiralbet.de, erstmalig erteilt am 9. Oktober 2020, mit Folgeerlaubnissen am 13. Dezember 2022 und am 29. Juli 2024. Für virtuelle Automatenspiele auf slots.admiralbet.de besteht eine eigene Erlaubnis seit dem 28. September 2022. Die Marke gehört zum Novomatic-/Greentube-Ökosystem und bringt die Verbundstruktur eines großen Glücksspielkonzerns mit.
AdmiralBet ist eine Mischung aus Spielautomaten-Anbieter und Wettanbieter, mit Vollsortiment aus Casino und Sport. Wer auf einer Plattform beides spielen möchte, hat hier die richtige Lizenzstruktur. Wer reinen Sportwetten-Fokus sucht, sollte die Casino-Bestandteile beachten, die über die Casino-Erlaubnis laufen.
NEO.bet
Die Greenvest Betting Limited betreibt NEO.bet; die Whitelist führt sie mit erster Erlaubnis vom 9. Oktober 2020 und einer Folgeerlaubnis vom 22. Dezember 2022. NEO.bet positioniert sich im Markt als Anbieter mit klarem Sportfokus, ohne den Casino-Aufbau, den viele Mitbewerber mitziehen. Die Marke gehört zur Greenvest-Gruppe und war von Anfang an auf den deutschen Markt ausgerichtet.
Wer einen Anbieter mit deutschem Sportfokus und ohne breites Casino-Angebot sucht, ist bei NEO.bet gut aufgehoben. Wer über die Sportwetten hinaus Slots spielen will, muss auf andere Anbieter ausweichen.
bet365
Die Hillside (Europe) ENC mit Sitz in Ta’Xbiex, Malta, ist auf der Whitelist für Bet365.de geführt (Stand 2. Oktober 2026). bet365 ist der volumenstärkste Sportwetten-Anbieter weltweit und in Deutschland seit der ersten Welle 2020 mit eigener Erlaubnis aktiv. Die Folgeerlaubnis datiert vom 27. Dezember 2022. Das Livewetten-Angebot ist eine der Stärken der Marke.
Diese Kombination macht bet365 zur ersten Adresse für Spieler, die ein vollständiges Wettprogramm mit breitem Live-Angebot suchen. Wer eine besonders schmale Bedienoberfläche oder einen sehr persönlichen Ansprechpartner erwartet, ist hier fehl am Platz — bet365 ist Anbieter mit hoher Frequenz und großer Auswahl.
Tipico
Die Tipico Co. Limited mit Sitz im Portomaso Business Tower, San Ġiljan, Malta, ist seit dem 9. Oktober 2020 auf der Whitelist (Folgeerlaubnis 9. Dezember 2022). Tipico wurde 2004 von Oliver Voigt, Dieter Pawlik und Mladen Pavlovic gemeinsam mit Wolfgang Kuentzle gegründet und gehört zu den sichtbarsten Marken im deutschen Markt, nicht zuletzt durch die Präsenz im stationären Wettgeschäft. Der BGH-Fall zu Tipico und die EuGH-Vorlage betreffen zivilrechtliche Rückforderungen aus Zeiten vor der bundesweiten Erlaubnis.
Wer die deutsche Wettkultur mit stationärem Hintergrund schätzt, hat bei Tipico den etabliertesten Anbieter mit der längsten Präsenz im deutschen Markt. Wer Fragen zur Historie vor 2020 hat, sollte die zivilrechtliche Auseinandersetzung im Blick behalten — der laufende EuGH-Prozess verändert allerdings den laufenden Spielbetrieb nicht.
Tiptorro
Hinter Tiptorro.de steht die Torro Tec Limited (Malta), die im App Store als „behördlich zugelassener Sportwettveranstalter unter Aufsicht der GGL“ auftritt. Die Whitelist führt die Erlaubnis mit erstmaliger Ausstellung am 30. Juni 2021 und Folgeerlaubnis vom 27. Dezember 2022.
Tiptorro ist die mobile Variante des Tipico-Ökosystems, klar auf das Smartphone ausgerichtet. Wer ein dediziertes Wett-App-Produkt sucht und auf Casino verzichten kann, findet hier eine reine Wettlösung. Wer am Desktop spielt, ist mit der Hauptmarke Tipico besser bedient.
ODDSET
Die ODDSET Sportwetten GmbH betreibt Oddset.de; das Regierungspräsidium Darmstadt erteilte mit Bescheid vom 15. Dezember 2022 die Erlaubnis für Sportwetten im Internet und im stationären Vertrieb. Die Aufsicht liegt bei der GGL in Halle (Saale). ODDSET gehört zum staatlichen Lotto-Konzern und ist über Jahrzehnte mit dem deutschen Wettmarkt verbunden.
ODDSET ist die traditionsreiche Marke mit klarer Lizenz und überschaubarem Wettprogramm, häufig frequentiert von Spielern, die Lotto- und Oddset-Wetten am Tresen verbinden. Wer ein modernes Livewetten-Produkt mit hoher Tiefe sucht, sollte prüfen, ob ODDSET das im aktuellen Programm abbildet — der Schwerpunkt liegt eher auf klassischen Pre-Match-Wetten.
Betway
Die Betway Limited betreibt Betway.de, mit Erlaubnis seit dem 9. März 2021 (Folgeerlaubnis 23. Dezember 2022, Casino-Erlaubnis seit 2. Oktober 2026). Die Erlaubnis wurde am 9. März 2021 erteilt, Betway ist damit in der mittleren Welle der deutschen Lizenzierungen. Anthony Werkman bestätigte die Erlaubnis am 10. März 2021 in einer Mitteilung.
Betway baut das Angebot Stück für Stück aus und ist in der deutschen Wahrnehmung etwas jünger als Tipico oder bet365. Wer einen Anbieter mit vollständiger Lizenzstruktur und internationaler Konzernanbindung sucht, ist hier richtig. Wer eine besonders breite Sportauswahl erwartet, sollte das aktuelle Wettprogramm prüfen.
bpremium
Die Ladbrokes (Deutschland) Ltd betreibt Bpremium.de, mit Sitz in Unit 6, St Business Centre, 120 The Strand, Gzira, Malta. Die AGB sind in der Fassung vom 3. April 2023 hinterlegt, das Unternehmen ist unter der maltesischen Registernummer C92799 eingetragen. Die Whitelist-Erlaubnis datiert vom 9. Oktober 2020, Folgeerlaubnis vom 21. Dezember 2022.
bpremium ist die deutsche Variante des Ladbrokes-Konzerns, fokussiert auf das Premiumsegment. Die Marke ist schmaler aufgestellt als die großen Wettbewerber und setzt eher auf persönlichen Anspruch als auf Wettprogramm-Breite. Wer eine kleinere Auswahl mit Lizenz sucht und die Markenherkunft schätzt, kann sich das Angebot anschauen. Wer das größtmögliche Wettprogramm will, ist bei bet365, Tipico oder betano besser aufgehoben.
Wettarena
Die I.B.C. Sportsbetting Limited mit Sitz in 20, Lyons Range Court Flat Nru.1 Triq Bisazza, Sliema SLM 1640, Malta, betreibt die Marke Wettarena; die Whitelist führt die Erlaubnis mit erstem Datum 9. Oktober 2020 und Folgeerlaubnis 15. Dezember 2022. Über denselben Inhaber läuft auch Bet3000.de, das auf der Whitelist mit erstem Datum 22. April 2026 verzeichnet ist.
Wettarena ist die eine Seite dieses Inhabers, bet3000 die andere; beide Domains nutzen dieselbe Konzession. Wer die I.B.C.-Plattform kennt, kann zwischen beiden Domains wählen. Wer eine Erst-Erlaubnis von 2020 mit aktiver Folgeerlaubnis sucht, ist hier richtig — die zweite, jüngere Erlaubnis für bet3000 zeigt, dass der Inhaber sein Portfolio in Deutschland erweitert.
Auswahl nach Spielertyp
Wer einen Anbieter für 2026 sucht, sollte sich zunächst drei Fragen stellen: Welche Quotenmarge ist mir wichtig, brauche ich das volle Livewetten-Programm, und wie wichtig ist mir eine breite Casino-Anbindung? Diese Fragen trennen die Anbieter in der Praxis.
Wer die größte Auswahl mit dem umfangreichsten Livewetten-Angebot sucht, landet bei bet365, betano und Tipico. Diese drei bieten das vollständigste Pre-Match- und Live-Programm auf der Whitelist. betano und bet365 decken dabei eine besonders breite internationale Sportpalette ab, Tipico ist im deutschen Markt und im DACH-Bereich besonders tief.
Wer schlanker aufgestellt spielen will, kommt mit bpremium, NEO.bet oder Tiptorro klar. Diese drei setzen stärker auf eine überschaubare Auswahl mit klarer Linie als auf reines Volumen. NEO.bet bleibt im Sportfokus ohne breite Casino-Anbindung, Tiptorro setzt auf Mobile, bpremium auf Premium-Anspruch.
Wer eine breite Casino-Sportkombination sucht, findet sie vor allem bei AdmiralBet, LeoVegas und Merkur Bets. Diese Anbieter verbinden die Sportwetten-Erlaubnis mit einer Casino-Erlaubnis auf separater Domain — das ist legitim, weil es zwei verschiedene Lizenzen sind, schafft aber eine Anbieter-Identität, die über reine Sportwetten hinausgeht.
Wer eine möglichst lange deutsche Marktpräsenz schätzt, ist bei Tipico, Interwetten und ODDSET richtig. Diese drei haben die längste Historie auf dem deutschen Markt, auch wenn die bundesweite Erlaubnis für alle erst ab 2020 gilt. Tipico kommt mit dem stationären Vertrieb, Interwetten mit der schleswig-holsteinischen Erlaubnis seit 2012, ODDSET mit der Lotto-Historie.
Was die Auswahl kostet
Die meisten Anbieter auf der Whitelist liegen bei Auszahlungsquoten von etwa 94 % auf den großen Fußballmärkten — Bundesliga, Champions League, Premier League. Bei Nischenmärkten und Spezialwetten sinken die Quoten oft auf 90-92 %. Cash Out ist als Feature bei den meisten Anbietern verfügbar, allerdings oft mit verschlechterter Quote gegenüber dem Pre-Match-Stand. Wer Cash Out strategisch nutzt, sollte die Quote beim Pre-Match-Schritt prüfen, weil der Unterschied den Vorteil des Anbieters erhöht.
Die Wettsteuer von 5,3 % (§§ 16-25 RennwLottG) wird vom Anbieter geschuldet, nicht vom Spieler. Ob und wie sie weitergegeben wird, ist Verhandlungssache des Anbieters. Manche ziehen sie direkt vom Einsatz ab, andere reduzieren die Gewinne, andere schlucken sie und behalten sie im eigenen Margin. Wer auf den Bruttopunkt seines Einsatzes achtet, sollte dies im Kleingedruckten prüfen — eine pauschale Aussage „5,3 % auf den Einsatz“ ist juristisch ungenau, da die Steuer 5,3 % des Einsatzes abzüglich der Steuer selbst beträgt (rund 5 % des eingezahlten Betrags).
Sportwettensteuer 2026: Wer sie trägt und wer sie weiterreicht
Die deutsche Sportwettensteuer beträgt 5,3 % nach §§ 17, 18 RennwLottG und wird auf einer ungewöhnlichen Bemessungsgrundlage berechnet: 5,3 % von der „Einsatzleistung abzüglich der Steuer selbst“, was faktisch rund 5,03 % des tatsächlich eingesetzten Betrags ergibt. Verpflichtet ist der Veranstalter der Wette — der Wettanbieter —, nicht der Spieler (§ 19). Wie der Anbieter sie weitergibt, ist eine Frage seines Geschäftsmodells.
Drei Modelle sind 2026 verbreitet. Modell eins: Der Anbieter zieht die Steuer direkt vom Einsatz ab, der Spieler wettet effektiv mit einem um 5,03 % reduzierten Einsatz. Modell zwei: Die Steuer wird vom Gewinn abgezogen — wer gewinnt, bekommt 5,03 % weniger ausgezahlt. Modell drei: Der Anbieter schluckt die Steuer, lässt sie im Margin liegen und beeinflusst weder Einsatz noch Gewinn sichtbar; der Effekt ist in einer leicht reduzierten Auszahlungsquote versteckt.
Welcher Anbieter welches Modell fährt, ist nicht auf der Whitelist verzeichnet. Wer 2026 wissen will, was die Steuer konkret ausmacht, prüft das im Account oder im Hilfe-Bereich des Anbieters. Faktum bleibt: Die Steuer ist die Konstante, die Modellwahl macht den Unterschied.
Was das für die eigene Quote bedeutet
Eine Auszahlungsquote von 94 % auf einem Markt bedeutet, dass der Anbieter 6 % einbehält. Wenn die Wettsteuer vollständig durchgereicht wird, erhöht sich der Anteil des Anbieters um weitere 5 %; effektiv landet dann ein noch geringerer Anteil beim Spieler. Wer die Steuer nicht im Modell durchgerechnet bekommt, sondern im Bruttoeinsatz mitbezahlt, hat auf Dauer eine versteckte Marge, die leicht 10 % ausmacht. Das ist ein Grund, warum Anbieter, die im Marketing „keine Wettsteuer“ versprechen, ihre Margen anderswo spiegeln müssen — entweder in niedrigeren Quoten oder in höheren Bonusanforderungen.
Wie ein Anbieter im Detail geprüft wird
Wer einen neuen Anbieter prüft, geht am besten in dieser Reihenfolge vor: Whitelist, Sitz des Inhabers, Lizenzhistorie, Wettprogramm, Zahlungsmethoden, Bonusregeln. Diese Reihenfolge ist nicht zufällig — sie sortiert nach rechtlicher Tragfähigkeit.
Whitelist: Zuerst prüft man, ob die Domain überhaupt auf der Whitelist steht. Ist sie nicht dort, ist alles weitere Makulatur. Ist sie dort, geht es weiter.
Sitz des Inhabers: Die Whitelist nennt den juristischen Inhaber der Erlaubnis mit Sitz. Viele Inhaber sitzen in Malta, einige in Österreich. Eine maltesische Konzession steht in der Whitelist nur, wenn die GGL die Erlaubnis für Deutschland ausgestellt hat; der maltesische Sitz ist also zweitrangig.
Lizenzhistorie: Auf der Whitelist stehen Erst- und Folgeerlaubnisse. Eine Erlaubnis von 2020 mit Folgeerlaubnis 2022 zeigt, dass die GGL den Anbieter weiterhin führt. Mehrere Folgeerlaubnisse über die Jahre sind ein guter Indikator.
Wettprogramm: Welche Sportarten, welche Ligen, welche Wettarten — diese Frage beantwortet die Whitelist nicht. Sie ist im Wettprogramm des Anbieters zu prüfen. Wer deutschen Fußball bis in die Regionalliga will, prüft die Tiefe direkt im Programm.
Zahlungsmethoden: Welche Methoden angeboten werden, regelt der Anbieter. Wer E-Wallet, Krypto oder Apple Pay sucht, schaut in die Banking-Sektion des Anbieters.
Bonusregeln: Die AGB enthalten die Bonusbedingungen. Wer einen Bonus ernst nimmt, liest Umsatzfaktor, Mindestquote und Frist vor der Annahme. Wer den Bonus überspringt, ignoriert ihn komplett — und ignoriert damit auch nicht den etwaigen Verlust der Bonusbedingungen.
Was sich 2026 noch verändert
Der Sportwetten-Markt in Deutschland bleibt ein Markt im Wandel. Drei Entwicklungen zeichnen sich ab: Die GGL baut die Limitdatei und die Aktivitätsdatei konsequent aus, was Anbieter zwingt, jeden Klick im Konzern zu koordinieren. Die E-Sports-Frage bleibt offen — solange die GGL E-Sport nicht als Sport anerkennt, gibt es keine lizenzierten E-Sports-Wetten. Die stationäre Wette, sichtbar an Tipico, ODDSET und kleineren Anbietern, bleibt als zweiter Vertriebskanal bestehen, auch wenn der Online-Markt dominiert. Wer die nächsten zwölf Monate plant, sollte diese drei Linien im Blick behalten.
Was sich für Spieler konkret ändert
Wer 2026 zum ersten Mal spielt, wird in den meisten Fällen das volle Verifizierungsverfahren durchlaufen. Die 72-Stunden-Übergangsphase mit 100 € Einzahlungslimit ist möglich, aber wer vorhat, ernsthaft zu spielen, kommt an der Verifizierung nicht vorbei. Wer das umgeht, indem er bei Anbietern ohne Whitelist spielt, verliert den Schutz der Sperrdatei und des Einzahlungslimits und ist im Streitfall auf die Zivilgerichte angewiesen. Wer innerhalb Deutschlands bei Whitelist-Anbietern spielt, hat hingegen die volle Mechanik von OASIS und LUGAS hinter sich.
Die offene EuGH-Frage aus dem Tipico-Fall wird 2026 oder 2027 mit einer Entscheidung beantwortet. Bis dahin gilt: Wer 2013 bis 2018 bei einem nicht lizenzierten Anbieter verloren hat, sollte den Fall im Auge behalten und gegebenenfalls zivilrechtliche Schritte prüfen, ohne daraus eine Prognose für den Ausgang abzuleiten. Wer heute spielt, ist von dieser Frage nicht betroffen, weil er bei einem Whitelist-Anbieter spielt.
Häufige Fragen
Woran lässt sich erkennen, ob ein neuer Wettanbieter eine deutsche Sportwetten-Erlaubnis besitzt?
Ein Anbieter ist in Deutschland legal, wenn die Domain, über die er Wetten anbietet, auf der Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder steht. Die Whitelist wird von der GGL in Halle (Saale) geführt und ist das einzige verbindliche Verzeichnis erlaubter Anbieter. Eine .de-Domain allein reicht nicht — auch nicht lizenzierte Anbieter betreiben .de-Domains, etwa über technische Dienstleister im Ausland. Wer prüft, ob die Domain auf der Whitelist steht, hat die einzig belastbare Auskunft. Weder ein Logo auf der Seite noch eine Lizenznummer in Malta oder Curaçao ersetzt diese Prüfung.
Was bedeutet es für Spielerinnen und Spieler, wenn ein neuer Anbieter nicht auf der GGL-Whitelist steht?
Wer bei einem nicht gelisteten Anbieter spielt, ist nach § 4 Abs. 1 GlüStV an unerlaubtem Glücksspiel beteiligt. Die Folge: Keine Anbindung an die Sperrdatei OASIS, keine Anbindung an das gemeinsame Einzahlungslimit LUGAS, kein Insolvenzschutz für Spielergelder nach § 6b GlüStV und im Streitfall kein einfacher deutscher Rechtsweg. Eine Lizenz in Malta, Curaçao oder Anjouan hat in Deutschland keine Wirkung, selbst wenn sie auf der Seite groß beworben wird. Wer dennoch spielt, sollte sich bewusst sein, dass die Mechaniken des deutschen Spielerschutzes umgangen werden und der Anbieter sich bei Gewinnauszahlungen auf seine Hausordnung beruft, nicht auf deutsches Recht.
Welche Rolle spielen OASIS und das gemeinsame Einzahlungslimit von 1.000 € pro Monat bei neuen Wettanbietern?
OASIS ist die bundesweite Sperrdatei für Glücksspiel; sie wird bei Registrierung und Login abgefragt. Wer dort eingetragen ist, kann sich nicht neu anmelden. Die Selbstsperre dauert mindestens drei Monate, bei fehlender Fristangabe mindestens ein Jahr. Das gemeinsame Einzahlungslimit nach § 6c Abs. 1 GlüStV liegt bei 1.000 € pro Kalendermonat, übergreifend über alle lizenzierten Anbieter, an die ein Spieler sich anschließt. Es kann individuell gegen Nachweis wirtschaftlicher Leistungsfähigkeit auf bis zu 10.000 € erhöht werden, beim Anbieter mit erweiterten Erlaubnissen auch höher. Offshore-Anbieter sind an weder OASIS noch LUGAS angeschlossen — das ist der entscheidende praktische Unterschied, nicht die Lizenznummer.
Wie wird die Sportwettensteuer von 5,3 % bei einem neuen Anbieter an Quote oder Auszahlung weitergegeben?
Die Steuer wird vom Veranstalter geschuldet, nicht vom Spieler; wie der Anbieter sie weitergibt, ist eine Frage seines Geschäftsmodells. Manche Anbieter ziehen sie direkt vom Einsatz ab, andere reduzieren den ausgezahlten Gewinn, andere schlucken sie und kompensieren über die Quote. Wer auf den tatsächlichen Einsatz achtet, prüft die Abrechnung im Wettschein oder im Hilfetext des Anbieters. Die Bemessungsgrundlage ist „Einsatzleistung abzüglich der Steuer selbst“, was rechnerisch rund 5 % des Bruttoeinsatzes ergibt. Eine pauschale Aussage „5,3 % auf den Einsatz“ ist juristisch ungenau, da die Steuer 5,3 % des Einsatzes abzüglich der Steuer selbst beträgt. Welcher Anbieter welches Modell fährt, sagt die Whitelist nicht; es steht in den AGB.
Welche Umsatzbedingungen und Mindestquoten gelten typischerweise für ein Willkommensangebot eines neuen Buchmachers?
Typisch sind 2026 ein Umsatzfaktor zwischen 3- und 10-fach auf den Bonus allein oder auf Bonus plus Einzahlung, eine Mindestquote zwischen 1,50 und 2,00, eine Frist von 30 bis 90 Tagen und eine Beschränkung auf Einzel- oder Kombiwetten. Wer 100 € Bonus mit 5-fachem Umsatz bei Quote 1,80 freispielen will, muss 500 € auf Wetten ab Quote 1,80 setzen; bei einer typischen Auszahlungsquote von 94 % entsteht daraus ein erwarteter Verlust von rund 30 € allein aus den qualifizierenden Wetten. Die genauen Werte jedes Anbieters stehen in dessen Bonus-AGB, nicht in der Werbung. Wer den Bonus vor Erfüllung auszahlt, verliert Bonus und Gewinne — das ist der häufigste versteckte Verlust.
Welche Zahlungsmethoden sind bei lizenzierten Anbietern zulässig, und warum sind Krypto und anonyme Zahlungsmittel ausgeschlossen?
Zugelassen sind nur Zahlungsmittel, die von einem Konto im eigenen Namen bei einem Geldwäschegesetz-pflichtigen Institut stammen, geregelt in § 6b Abs. 4 GlüStV. Banküberweisung, girocard, Kreditkarte, Sofortüberweisung und Klarna sind Standardmethoden, die alle Whitelist-Anbieter im Programm haben. Apple Pay ist über dieselben Karten nutzbar, PayPal ist bei manchen Anbietern verfügbar, Paysafecard nur in der registrierten, namentlichen Variante. Kryptowährungen sind ausgeschlossen, weil das Wallet anonym bleibt; Prepaid-Gutscheine ohne Konto sind ausgeschlossen, weil der Bezug zum Spieler fehlt. Wer mit Krypto zahlen will, ist auf Anbieter ohne deutsche Lizenz angewiesen — mit allen Folgen, die das für OASIS, LUGAS und Insolvenzschutz hat.
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