Wo in Deutschland 2026 legal auf Baseball gewettet werden kann
Die Auswahl unter den Buchmachern mit deutscher Sportwetten-Erlaubnis fällt für Baseball auffällig eng aus. Kein Sport ist im Wettprogramm der Whitelist-Anbieter so konsequent mitgeführt wie Fußball, und gerade Neueinsteiger unterschätzen, wie stark Quoten, Handicap-Linien und Live-Angebote je nach Plattform auseinanderlaufen. Diese Seite sortiert: Welche der zehn in Deutschland lizenzierten Anbieter Baseball dauerhaft im Programm führen, wie sich die Run Line vom klassischen Dreiweg beim Fußball unterscheidet, was die GGL an Livewetten erlaubt und was nicht – und warum jede Prognose über die Starting Pitchers nur eine Schätzung bleibt.

Daten aktualisiert am 18.10.2026, geprüft gegen die Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL) und die Bedingungen der jeweiligen Anbieter.
Die zehn Anbieter mit deutscher Sportwetten-Erlaubnis im Vergleich
Eine seriöse Baseballwette beginnt in Deutschland mit einer Frage, die vor jeder Quote steht: Steht der Anbieter auf der Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder? Wer dort nicht auftaucht, organisiert in Deutschland unerlaubtes Glücksspiel – gleich, welche Lizenz aus Curaçao, Anjouan oder Malta daneben behauptet wird. Die nachfolgende Tabelle führt jene zehn Anbieter, die mit einer Sportwetten-Erlaubnis nach § 9 Abs. 8 GlüStV in der Whitelist vom 2. Oktober 2026 geführt werden. Geordnet ist die Liste nach dem Datum der ersten Sportwetten-Erlaubnis, nicht nach einer Bewertung des Baseball-Angebots – diese Einordnung folgt im anschließenden Abschnitt zu jeder Plattform.

| Anbieter | Whitelist-Status | Erlaubnisinhaber | Sportwetten-Erlaubnis seit |
|---|---|---|---|
| Interwetten | Whitelist Sportwetten | Interwetten Gaming Limited (Malta) | 02.11.2020 |
| bwin | Whitelist Sportwetten | bwin (Deutschland) Limited (Malta) | 09.10.2020 |
| NEO.bet | Whitelist Sportwetten | Greenvest Betting Limited (Malta) | 09.10.2020 |
| Sportwetten.de | Whitelist Sportwetten | NetX Betting Limited (Malta) | 19.11.2020 |
| Sportingbet | Whitelist Sportwetten | Sportingbet (Deutschland) Limited (Malta) | 09.10.2020 |
| bpremium | Whitelist Sportwetten | Ladbrokes (Deutschland) Limited (Malta) | 09.10.2020 |
| Tipwin | Whitelist Sportwetten | Tipwin Limited (Malta) | 09.10.2020 |
| Betano | Whitelist Sportwetten | Betkick Sportsbetting Limited (Malta) | 19.02.2021 |
| VBet | Whitelist Sportwetten | SCGO Limited (Malta) | 05.12.2023 |
| MERKUR BETS | Whitelist Sportwetten | Merkur Bets Malta Limited (Malta) | 06.11.2023 |
Hinter jedem Eintrag steht ein Anbieter, dessen Sport-Domain die GGL führt. Whitelist bedeutet in dieser Tabelle: für die genannte Domain liegt eine Erlaubnis zur Veranstaltung und Vermittlung von Sportwetten im Internet vor, nach § 9a Abs. 1 Nr. 3 GlüStV. Eine zweite Erlaubnis, etwa für Casino oder virtuelle Automatenspiele, ist davon getrennt zu betrachten und sagt über das Sportwetten-Angebot nichts aus.
Interwetten
Interwetten zählt zu den Anbietern, die ihre Sportwetten-Erlaubnis schon im ersten Erlaubnisschub vom November 2020 erhalten haben. Die Plattform führt seit Jahren ein breites Baseball-Angebot mit Pre-Match-Quoten auf MLB-Spiele, Run Lines und Over/Under-Linien. Wettlimits und Quotenniveau bewegen sich im üblichen Rahmen der Whitelist-Anbieter. Die Spielerverifizierung läuft über das gesetzlich vorgeschriebene Verfahren nach § 6a GlüStV; vor der vollständigen Verifizierung gilt eine 72-Stunden-Frist mit 100 € Einzahlungslimit.

Der Anbieter passt zu Wettenden, die ein etabliertes Wettprogramm schätzen und Baseball als eine von mehreren Sportarten neben Fußball und Tennis spielen. Wer sein Konto ausschließlich auf MLB-Playoffs ausrichtet, sollte vor der Anmeldung prüfen, ob die Pre-Match-Tiefe bei der World Series ausreicht – einzelne Lizenz-Spitzenereignisse werden von Interwetten teils mit weniger Märkten begleitet als von Mitbewerbern.
bwin
bwin gehört zu den sichtbarsten Marken unter den Whitelist-Anbietern und bietet ein umfangreiches Baseball-Programm. Die Quoten liegen erfahrungsgemäß im oberen Mittelfeld, gelegentlich mit Ausreißern nach oben bei untergeordneten Märkten. Cash Out ist als Funktion verfügbar, das Livewetten-Angebot greift die in Deutschland erlaubten Komponenten auf. Die Sportwetten-Erlaubnis datiert auf den 9. Oktober 2020, eine Folgeerlaubnis wurde am 23. Dezember 2022 erteilt.
Für Baseball interessant ist bwin vor allem wegen des Quotenniveaus auf Favoritensiegen – hier schneidet die Marke im Vergleich mitunter besser ab als kleinere Wettbewerber. Wer parallel zu einer Premier-League-Wette auf einen MLB-Late-Game tippen will, findet beides in einer App. Wer ein konsequent asienorientiertes Programm (NPB, KBO) sucht, wird bei bwin allerdings weniger Tiefe finden als bei einigen Mitbewerbern.
NEO.bet
NEO.bet hat seine Sportwetten-Erlaubnis ebenfalls seit dem 9. Oktober 2020. Der Anbieter positioniert sich als kleinere, sportaffine Plattform; das Baseball-Angebot ist im Programm, ohne jedoch in jeder Breite mit den großen Marken mitzuhalten. Die Quoten bewegen sich im Wettbewerbsschnitt, gelegentlich leicht darunter. Der Vorteil liegt eher im Wettprogramm-Aufbau und in Bonusstrukturen, die bei einem überschaubaren Wettvolumen ausreichen.
Wer eine unkomplizierte Anmeldung mit voller Verifizierung sucht und Baseball eher nebenbei spielt, ist hier richtig aufgehoben. Wer regelmäßig auf asiatische Ligen oder auf Alternate Lines setzt, sollte vor der ersten Einzahlung das Wettprogramm prüfen.
Sportwetten.de
Sportwetten.de trägt die Sportwetten-Erlaubnis seit dem 19. November 2020, mit einer Folgeerlaubnis vom 16. Dezember 2022. Die Plattform führt Baseball im Programm, in der Vorauswetten-Tiefe meist solide, im Livewetten-Bereich schmaler. Der Anbieter spricht eher Wettende an, die ohnehin auf eine breite Sportauswahl zugreifen und Baseball als Beimischung behandeln.
Die Lizenz über die NetX Betting Limited (Malta) ist auf der Whitelist sauber geführt; die Holding-Struktur, die im Impressum auftaucht, hat auf die Erlaubnis selbst keinen Einfluss. Wer ein Konto für die kommende MLB-Saison anlegt, sollte frühzeitig die Verifizierung abschließen, weil die 1.000 €-Monatsgrenze aus dem LUGAS-Limitsystem bei mehreren parallellaufenden Konten rasch greift.
Sportingbet
Sportingbet listet auf der eigenen Seite einen „Konfigurator+“ sowie Live-Wetten; das Sportarten-Portfolio umfasst Fußball, Tennis, Basketball, Eishockey, Handball, Darts und Snooker, daneben Baseball. Die Whitelist-Erlaubnis datiert auf den 9. Oktober 2020 mit Folgeerlaubnis vom 21. Dezember 2022. Die Plattform ist im Baseball-Bereich solide aufgestellt, ohne eine spezielle Stärke auszubilden.
Vorteilhaft ist das breite Sportangebot, das einen Wechsel zwischen Disziplinen ohne Kontowechsel erlaubt. Weniger überzeugend fällt mitunter die Tiefe bei Alternate Run Lines und Player Props aus – wer solche Märkte sucht, ist bei Marken mit größerem US-Sport-Schwerpunkt tendenziell besser aufgehoben.
bpremium
bpremium wird von der Ladbrokes (Deutschland) Limited betrieben, mit Sitz in Gzira, Malta. Die Whitelist führt die Domain seit dem 9. Oktober 2020 mit Folgeerlaubnis vom 21. Dezember 2022. Der Markenauftritt tritt in Deutschland hinter großen Namen zurück; das Baseball-Programm ist vorhanden, in der Tiefe aber eingeschränkter als bei bwin oder Interwetten.
Wer bereits ein Konto in der Entain-Gruppe unterhält und Baseball als Beimischung spielt, findet bei bpremium eine plausible Anlaufstelle. Wer sein Wettprogramm primär auf MLB und asiatische Ligen ausrichtet, sollte die Tiefe vor der Anmeldung prüfen.
Tipwin
Tipwin ist Premium Partner des Deutschen Basketball Bundes; die Partnerschaft wurde bis Ende 2026 verlängert. Die Marke legt einen Schwerpunkt auf US-Sportarten, was sich auch im Baseball-Programm niederschlägt. Die Whitelist-Erlaubnis datiert auf den 9. Oktober 2020; es liegen Folgeerlaubnisse vom 27. Dezember 2022 und 9. Januar 2024 vor.
Für Baseball-Wettende ist Tipwin eine der interessanteren Adressen, weil das Profil auf Hallensportarten auch im Baseball-Bereich für eine breitere Märkte-Auswahl sorgt. Die Livewetten-Komponente folgt den in Deutschland erlaubten Mustern; bei Spielen, in denen die Komponenten „nächster Punkt“ oder „nächstes Ereignis“ zu engmaschig wären, ist das Angebot entsprechend reduziert.
Betano
Betano wird in Deutschland von der Betkick Sportsbetting Limited betrieben; die Whitelist-Erlaubnis besteht seit dem 19. Februar 2021 mit Folgeerlaubnis vom 16. Dezember 2022. Die App „Betano Sportwetten und Slots“ bewirbt im Apple App Store einen Bet Builder, Cash Out und Live-Streaming unter anderem für NBA, NFL, EuroLeague sowie Fußball-Top-Ligen.
Baseball ist im Programm, allerdings nicht mit derselben Tiefe wie die explizit beworbenen US-Sportarten. Wer auf MLB setzt und parallel NFL- oder NBA-Wetten spielt, hat mit Betano eine konsolidierte Oberfläche. Wer ausschließlich Baseball spielt, sollte prüfen, ob das Pre-Match-Angebot für die gewohnte Wettfrequenz ausreicht.
VBet
VBet tritt in Deutschland auf, betrieben von der SCGO Limited mit Sitz in St. Julian’s, Malta. Die Sportwetten-Erlaubnis datiert auf den 5. Dezember 2023 – VBet ist damit einer der neueren Whitelist-Einträge. Das Baseball-Angebot ist im Wettprogramm, die Tiefe und das Quotenniveau fallen gegenüber etablierten Anbietern teils ab.
VBet eignet sich für Wettende, die ohnehin mit dem osteuropäischen Marktauftritt der Marke vertraut sind und Baseball als Teil eines breiteren Wettkalenders spielen. Wer das Programm gezielt auf MLB ausrichtet, findet bei VBet solide, aber keine auffälligen Stärken.
MERKUR BETS
MERKUR BETS wird von der Merkur Bets Malta Limited betrieben; die Whitelist-Erlaubnis besteht seit dem 6. November 2023. Die Marke ist im stationären Automatenspiel in Deutschland fest verankert und hat das Online-Sportwetten-Geschäft vergleichsweise spät aufgebaut. Das Baseball-Programm ist im Wettangebot enthalten, ohne sich durch besondere Tiefe auszuzeichnen.
Für Wettende, die ihre Sportwetten bewusst aus dem stationären Spielermarkt heraus eröffnen, ist MERKUR BETS eine naheliegende Adresse. Wer Anbieter mit ausgewiesenem US-Sport-Schwerpunkt sucht, wird bei Tipwin oder bwin eher fündig.
Was beim Baseball unter „Wetten“ zu verstehen ist
Baseball gehört zu den Sportarten, in denen das Regelwerk den Wettmarkt prägt – nicht umgekehrt. Wer eine Wette auf ein MLB-Spiel setzt, ohne zu wissen, dass die reguläre Partie über neun Innings geht und bei Gleichstand in vollen Innings verlängert wird, bis eine Mannschaft gewinnt, übersieht die Hälfte der Märkte. Die folgenden Punkte fassen zusammen, was die Wettangebote voraussetzen.
Spielstruktur: Innings, Outs, Schlagmann
Ein reguläres Baseballspiel besteht aus neun Innings. In jedem Inning wechseln die Mannschaften, sobald die Feldpartei drei Outs erzielt hat. Drei Strikes ergeben ein Strikeout, vier Balls einen Walk, also einen Spaziergänger auf die erste Base. Ein Inning kann mit beliebig vielen Runs enden – die Total-Linien im Wettmarkt (zum Beispiel Over/Under 8,5) beziehen sich auf die Summe beider Mannschaften über das gesamte Spiel. Diese Regeln sind die Grundlage jeder Wette auf einen Spielausgang.
Mannschaften und Spielfeld
Im Baseball stehen sich zwei Teams mit je neun Spielern gegenüber. Das Infield ist ein Quadrat mit einer Kantenlänge von 90 Fuß – das entspricht 27,43 Metern. Die Distanzen zwischen den Bases bestimmen die Spielgeschwindigkeit, das Spielfeld die Wahrscheinlichkeit von Inside-the-Park-Homeruns. Für Wettende ist die Spielfeldgeometrie vor allem dann relevant, wenn Outfielder-Reichweite eine Rolle spielt; sie schlägt sich in Spielernoten und über die Quoten indirekt nieder.
Wertung bei Abbruch
Bei einem Spielabbruch in der MLB wird ein Spiel nur dann gewertet, wenn mindestens neun Innings beziehungsweise 8,5 Innings bei Führung der Heimmannschaft gespielt wurden. In den Minor Leagues reichen fünf Innings (4,5 bei Führung der Heimmannschaft) aus. Wird ein Spiel unterhalb dieser Schwelle abgebrochen, wird die Wette in der Regel storniert – der Einsatz wird zur Erstattung frei, was je nach Anbieter als reguläre Auszahlung über die Zahlungsmethode der Einzahlung zurückfließt.
Endet ein Spiel in der japanischen Profiliga (NPB) nach drei Extra Innings unentschieden, wird das Ergebnis als Remis gewertet. Ein Wettmarkt auf den Sieger kann in dieser Konstellation als verloren gelten; ein Wettmarkt „Unentschieden ja/nein“ würde das Remis entsprechend abbilden. Wer auf asiatische Ligen setzt, sollte diese Regelung kennen.
Saison, Playoffs und World Series
Die Major League Baseball besteht aus 30 Teams in der American League und der National League mit je 15 Teams, verteilt auf drei Divisionen zu je fünf Mannschaften. In der regulären Saison bestreitet jede Mannschaft 162 Spiele. In die Playoffs ziehen zwölf Teams ein, je Liga sechs – drei Divisionssieger und drei Wild-Card-Teams. Die Wild-Card-Runde wird im Best-of-Three-Modus ausgetragen, die Division Series im Best-of-Five, die Championship Series und die World Series jeweils im Best-of-Seven. Die Los Angeles Dodgers gewannen 2025 die World Series, ihr achter Titel in der Franchise-Geschichte. Die Saisonplanung umfasst damit fast das gesamte Kalenderjahr.
Welche Wettarten auf Baseball angeboten werden
Baseball kennt im Grunde dieselben drei Achsen wie die meisten Mannschaftssportarten: Wer gewinnt, mit welchem Vorsprung, und wie viele Runs fallen. Innerhalb dieser Achsen variiert die Tiefe zwischen Anbietern erheblich. Wer einmal verstanden hat, was die Grundmärkte leisten, kann in den Pre-Match-Listen jeder Plattform schnell entscheiden, ob das eigene Wettvolumen abgedeckt ist.
Siegwette (Moneyline)
Die Moneyline ist die einfachste Wette: Wer gewinnt das Spiel? In den USA ohne Unentschieden-Möglichkeit, weil ein normales MLB-Spiel immer einen Sieger hat. Wird die Partie vor dem neunten Inning abgebrochen und nicht offiziell gewertet, wird die Wette storniert. Bei Underdogs zahlen die Quoten entsprechend mehr – bei einem Quotenniveau von 2,50 für den Außenseiter liegt der erwartete Auszahlungsanteil dieses Marktes naturgemäß unter dem einer Favoritenwette.
Run Line (Handicap)
Die Run Line ist das Baseball-Äquivalent zum Handicap. Standard ist 1,5 Runs – der Favorit muss also mit mindestens zwei Runs Vorsprung gewinnen, der Außenseiter mit einem Run verlieren oder das Spiel gewinnen. Alternate Lines (-2,5, +3,5 und so weiter) werden angeboten, sofern die Plattform Alternate-Märkte listet. Die Run Line gleicht die Quoten zwischen den Teams an: Ein klarer Favorit auf 1,40 in der Moneyline erscheint auf der Run Line -1,5 mit einer deutlich höheren Quote, getauscht gegen das zusätzliche Risiko. Die Höhe der Linie wird vom Buchmacher festgelegt und kann sich bewegen, wenn die Wetten ungleichmäßig verteilt sind.
Over/Under (Total Runs)
Die Total-Wette fragt, wie viele Runs beide Mannschaften zusammen erzielen. Die Linie liegt in der MLB typischerweise zwischen 7,5 und 9,5 Runs, abhängig von den Starting Pitchers und der Offensive Power. Wer auf einen Pitcher-Duell-Sonntag setzt, liegt mit Under 7,5 richtig; wer auf ein Duell zwischen zwei offensiv starken Teams wettet, eher mit Over 9,5. Die Linie kann ebenfalls angepasst werden, wenn das Wettvolumen es erfordert. Die Total-Märkte sind in der MLB oft der Liquiditätsanker: Hier fließt das meiste Geld, hier sind die Margen am engsten.
Weitere Märkte: First Five, Team Totals, Player Props
Anbieter mit großem US-Sport-Schwerpunkt bieten zusätzliche Märkte an: First Five Innings (Sieg und Total nur über die ersten fünf Innings), Team Totals (Runs nur einer Mannschaft), und Player Props (Leistung einzelner Spieler, zum Beispiel Hits, Homeruns, Strikeouts eines Pitchers). Diese Märkte sind in Deutschland nicht verboten, sofern sie unter die erlaubten Wetttypen nach § 21 Abs. 1 GlüStV fallen. Die Verfügbarkeit hängt vom jeweiligen Anbieter ab und ist vor allem in kleineren Lizenz-Konstellationen eingeschränkt.
Was eine Quote über die Marge verrät
Die Quote, die ein Anbieter anbietet, ist nicht neutral. Hinter jeder Quote steht ein Auszahlungsanteil – der Anteil aller Einsätze, den der Markt über alle möglichen Ausgänge hinweg an die Wettenden zurückgibt. Bei einem Zwei-Wege-Markt mit beiden Quoten 1,90 ergibt sich rechnerisch: Auszahlungsanteil = 1 ÷ (1/1,90 + 1/1,90) = 0,5 – der Buchmajer behält 50 %, die Wettenden erhalten 50 % zurück. Bei einer Favoritenwette auf 1,40 und einer Außenseiterwette auf 2,80 im selben Markt liegt der Auszahlungsanteil rechnerisch bei rund 92 %, die Marge also bei etwa 8 %. Als Faustregel gilt: Je klarer die Favoritenrolle, desto enger die Marge, weil das Wettvolumen auf den Favoriten konzentriert ist. Bei ausgeglichenen Märkten oder kleinen Ligen liegt die Marge deutlich höher.
Ein Beispiel mit zwei ausgeglichenen Quoten veranschaulicht die Größenordnung: Bei einem Zwei-Wege-Markt mit beiden Seiten bei 1,90 ergibt sich ein Auszahlungsanteil von etwa 52,6 % und damit eine Marge von rund 47,4 %. Bei 1,85 / 1,85 liegt der Auszahlungsanteil bei 54,1 % und die Marge bei etwa 45,9 %. Bei 1,95 / 1,95 verschiebt sich das Bild auf einen Auszahlungsanteil von etwa 51,3 % und eine Marge von etwa 48,7 %. In der Praxis sind ausgeglichene Zwei-Wege-Märkte mit beiden Seiten über 1,90 selten – die Marge liegt in den meisten Pre-Match-Märkten der etablierten Anbieter zwischen 4 % und 8 %, in Spezialmärkten und kleineren Ligen auch höher. Wer vor einer Wette die Marge einschätzen will, rechnet die Quoten aller Ausgänge in einen Auszahlungsanteil um – das ist die einzige Kennzahl, die zwischen Anbietern vergleichbar ist.
Was in Deutschland rechtlich zu beachten ist
Baseballwetten sind in Deutschland legal – aber nur bei Anbietern mit deutscher Erlaubnis. Wer ohne diese Erlaubnis wettet, organisiert als Veranstalter ein unerlaubtes Glücksspiel, und die Frage, ob daraus Ansprüche gegen den Anbieter erwachsen, ist seit Jahren Gegenstand deutscher Zivilgerichte. Die folgenden Punkte ordnen ein, was die Rechtslage für Wettende konkret bedeutet.
Die Rolle der GGL
Die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder (GGL) in Halle (Saale) ist die zentrale Regulierungsbehörde für Glücksspiel in Deutschland. Sie erteilt auf Grundlage des Glücksspielstaatsvertrags 2021 (in Kraft seit 1. Juli 2021) die Erlaubnis zur Veranstaltung und Vermittlung von Sportwetten im Internet. Die Erlaubnis ist an eine Domain gebunden; die Whitelist (§ 9 Abs. 8 GlüStV) ist die einzige verlässliche Quelle, um die Erlaubnis zu prüfen. Eine Lizenz aus Malta oder Curaçao hat in Deutschland keine Wirkung.
Die Whitelist vom 2. Oktober 2026 führt 27 Inhaber einer Sportwetten-Erlaubnis (zwei davon zusätzlich mit Pferdewetten) und drei weitere Inhaber reiner Pferdewetten-Erlaubnisse. Jede aufgeführte Domain ist eine .de-Domain, was umgekehrt nicht bedeutet, dass jede .de-Domain eine Erlaubnis hat. Der erste Erlaubniszeitraum läuft nach § 4c Abs. 1 GlüStV fünf Jahre; die Whitelist weist nur das Erteilungsdatum aus, nie ein Enddatum.
Verbraucherschutz: Einzahlungslimit, OASIS, Panikbutton
Das zentrale Element des Spielerschutzes ist das Einzahlungslimit nach § 6c Abs. 1 GlüStV: 1.000 € pro Kalendermonat über alle Anbieter hinweg, durchgesetzt über die LUGAS-Limitdatei. Ein Anbieter darf für einen einzelnen Spieler einen höheren Limit setzen – bis zu 10.000 €, und in einer Obergrenze von 10.000 € bis 30.000 € für höchstens ein Prozent seiner aktiven Spieler – nur gegen nachweisbaren wirtschaftlichen Nachweis. Eine Selbsterklärung reicht nicht. Eine Limit-Senkung gilt sofort, eine Limit-Anhebung frühestens nach sieben Tagen.
Parallel werden Spieler in der OASIS-Sperrdatei geführt. Die Sperre greift bei der Registrierung und beim Login. Eine Selbstsperre dauert mindestens drei Monate, wenn der Spieler eine Frist nennt, sonst mindestens ein Jahr. Der Panikbutton (§ 6i Abs. 3 GlüStV) löst eine 24-Stunden-Sperre aus, die sofort wirkt. Parallel-Spiel ist nach § 6h GlüStV über die LUGAS-Aktivitätsdatei ausgeschlossen.
Wer ein Konto eröffnet, durchläuft die vollständige Verifizierung nach § 6a GlüStV. Vor der Verifizierung darf der Anbieter für maximal 72 Stunden Spiel mit einem Einzahlungslimit von 100 € und ohne Auszahlungen ermöglichen. Guthaben werden auf einem insolvenzgeschützten Treuhandkonto geführt; bei Kontoschließung wird der Saldo innerhalb von fünf Werktagen ohne Gebühren ausgezahlt.
Offshore-Anbieter und ihre Folgen
Anbieter ohne deutsche Erlaubnis, die sich an Spieler in Deutschland wenden, betreiben nach § 4 Abs. 1 GlüStV unerlaubtes Glücksspiel. Eine Lizenz aus Malta, Curaçao oder Anjouan hat in Deutschland keine Wirkung. Die GGL hat am 17. September 2026 Verbraucherinnen und Verbraucher ausdrücklich vor der Teilnahme an illegalen Angeboten gewarnt.
Strafrechtlich kann die Organisation solcher Angebote nach § 284 StGB mit bis zu zwei Jahren Freiheitsstrafe oder Geldstrafe, die Werbung dafür nach § 284 StGB mit bis zu einem Jahr geahndet werden. Die Teilnahme als Spieler fällt unter § 285 StGB und kann mit bis zu sechs Monaten Freiheitsstrafe oder Geldstrafe geahndet werden. Verfolgungen einzelner Spieler sind allerdings nicht etabliert – weder ein Freifahrtschein noch eine Dramatisierung. Wer an Offshore-Plattformen wettet, hat keinen Zugriff auf OASIS oder LUGAS, keine deutsche Anlaufstelle bei Streit und im Streitfall vor deutschen Gerichten eine ungewisse Aussicht auf Rückzahlung.
Der Bundesgerichtshof hat am 25. Juli 2024 (Az. I ZR 90/23) dem Europäischen Gerichtshof die Frage vorgelegt, ob die Dienstleistungsfreiheit einer Nichtigkeit von Sportwettenverträgen entgegensteht – der Kläger fordert von Tipico mehr als 3.700 € Verluste aus Sportwetten der Jahren 2013 bis 2018 zurück. Der Generalanwalt am EuGH, Nicholas Emiliou, hat in seinen Schlussanträgen vom 19. März 2026 (Rechtssache C-530/24, Tipico) grundsätzlich für möglich gehalten, unlizenzierte Sportwettenanbieter zur Rückzahlung verlorener Einsätze zu verpflichten – mit einer Ausnahme, falls Behörden zugesichert haben sollten, die Lizenzpflicht vorerst nicht durchzusetzen. Beide Verfahren sind noch nicht abgeschlossen. Eine Rückzahlung ist niemandem versprochen.
Die Wettsteuer
Die Sportwettensteuer beträgt nach §§ 16 bis 25 RennwLottG 5,3 % – berechnet auf der Basis „Einsatz abzüglich der Steuer selbst“, also rund 5,03 % des eingezahlten Betrags (5,3 / 105,3). Die Steuer schuldet der Veranstalter der Wette, nicht der Spieler. Ob und wie der Anbieter die Steuer an die Wettenden weitergibt, ist eine unternehmerische Entscheidung; sie ist in den Bedingungen des jeweiligen Anbieters geregelt. Wer eine konkrete Auszahlung berechnen will, muss die Bedingungen des Anbieters kennen, bei dem gewettet wird. Bezahlte Steuer ist kein Nachweis einer Lizenz – die Steuerpflicht gilt auch für nicht lizenzierte Anbieter.
Gewinne privater Wettender sind auf Primärebene nicht eindeutig geregelt. Die allgemeine Empfehlung lautet, im Zweifel einen Steuerberater zu fragen.
Verantwortungsvolles Wetten: was Baseball-Spielerinnen und -Spieler beachten sollten
Baseball-Saison ist lang. 162 Spiele pro Team, gefolgt von einer Playoff-Serie, die sich über Wochen hinzieht, und das alles in einem Kalender, das fast das gesamte Jahr ausfüllt. Die Verlockung, auf jedes Spiel zu setzen, ist entsprechend groß – und genau hier setzt der Spielerschutzrahmen an, den die GGL mit dem Glücksspielstaatsvertrag 2021 gezogen hat.
Das gesetzliche Einzahlungslimit
Das wichtigste Instrument ist das monatliche Einzahlungslimit von 1.000 €, das über alle Anbieter hinweg gilt. Wer mehrere Konten unterhält, kommt an diese Grenze schneller als gedacht – die LUGAS-Limitdatei führt alle Einzahlungen zentral. Eine Limit-Senkung tritt sofort in Kraft; eine Limit-Anhebung frühestens nach sieben Tagen, und nur gegen wirtschaftlichen Nachweis. Wer glaubt, mit einem höheren Limit spielen zu können, sollte sich fragen, ob die wirtschaftliche Substanz tatsächlich vorhanden ist – eine Selbsterklärung reicht nicht.
Sperre und Pause
OASIS ist die zentrale Sperrdatei. Eine Selbstsperre wird in der Regel über den Anbieter beantragt, in dem das Konto geführt wird, und gilt sofort. Wer eine Auszeit vom Wetten braucht, kann alternativ den Panikbutton nutzen – 24 Stunden Sperre, ohne weitere Schritte. Wer merkt, dass die Pausen nicht reichen, sollte eine mehrjährige Sperre in Betracht ziehen und sich an eine der bundesweiten Beratungsstellen wenden, etwa die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA).
Glücksspielsucht – Anlaufstellen in Deutschland
Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) bietet unter dem Stichwort „Glücksspielsucht“ bundesweite Information und Beratung. Die Nummer gegen Kummer ist unter 116 111 erreichbar, die Sucht- und Drogenhotline der Bundesregierung unter 01806 313 031. Beide Hotlines sind anonym, kostenfrei beziehungsweise zum Festnetztarif erreichbar und vermitteln an regionale Beratungsstellen. Wer bei sich selbst Anzeichen einer Spielsucht erkennt – das ständige Mitdenken von Quoten, das Verfolgen jedes Spiels, die Jagd nach Verlusten – sollte eine dieser Anlaufstellen kontaktieren.
Strategie: wie eine Baseball-Prognose entsteht – und warum sie unsicher bleibt
Wer Baseball-Wetten als Glücksspiel versteht, verliert auf Dauer. Wer Baseball-Wetten als Information versteht, verliert trotzdem – aber wer das Geschäft versteht, kann die Verlustkurve abflachen. Die folgenden Überlegungen sind keine Tipps, kein Versprechen, kein System. Sie sind eine Beschreibung dessen, was professionelle Wettende in ihre Modelle einbauen – und sie zeigen, warum am Ende eine Unsicherheit bleibt, die kein Modell auflöst.
Starting Pitcher
Der Starting Pitcher ist in Baseball-Prognosen das, was der Torwart im Fußball ist: der einzelne Spieler, der die größte Hebelwirkung auf das Ergebnis hat. Ein Pitcher mit einem ERA (Earned Run Average) von 2,80 verändert die Wahrscheinlichkeitsverteilung eines Spiels stärker als jede andere Variable. Die Quoten der Moneyline passen sich entsprechend an; eine späte Änderung des angekündigten Pitchers – etwa eine Verletzung, eine Verschiebung – kann die Quote deutlich bewegen. Wer auf Baseball wettet, sollte den Pitcher-Matchup kennen, bevor er die Quote prüft. Wer das nicht tut, wettet auf eine Quote, deren Basis er nicht überblickt.
Teamform und Heimvorteil
Die Formkurve eines Teams wird in Baseball nicht über zwei, drei Spiele definiert, sondern über Serien. Eine Serie von sechs Siegen in Folge ist im Baseball-Alltag seltener als im Fußball, aber wenn sie eintritt, ist sie ein Signal. Der Heimvorteil ist im MLB-Sportkalender strukturell verankert: Die Heimmannschaft schlägt im letzten Halbinning, was bei knappen Spielständen regelmäßig den Ausschlag gibt. Diese Variable ist in den Quoten eingepreist, aber in der Größenordnung unterschiedlich kalibriert – wer die Heimstärke eines Teams quantifizieren kann, findet in manchen Märkten einen Bewertungsspielraum.
Bullpen, Müdigkeit, Reisebelastung
Über die Pitcher und die Form hinaus bestimmen Bullpen-Tiefe, Reisepläne und die Tagesform einzelner Spieler das Ergebnis. Ein Team, das gerade eine Zehn-Spiele-Roadtrip hinter sich hat, spielt statistisch messbar schlechter. Ein Team mit ausgedünntem Bullpen – etwa nach vielen knappen Spielen in Folge – verliert in den späten Innings an Boden. Diese Variablen sind in Echtzeit schwer zu quantifizieren, sie schlagen sich aber in den Quoten der Anbieter mit Verzögerung nieder. Wer geduldig ist und die Verzögerung findet, kann sie nutzen – vorausgesetzt, die Quote hat sich noch nicht angepasst.
Warum jede Vorhersage unsicher bleibt
Selbst das beste Modell kann ein Spiel nicht sicher vorhersagen. Baseball ist inherent stochastisch: Ein gut platzierter Grounder kann an einem Tag ein Aus sein, am nächsten Tag ein Base-Hit. Eine Wette, die mit 60 % Wahrscheinlichkeit gewinnt, verliert in vier von zehn Fällen – die Quote reflektiert diese Wahrscheinlichkeit, der Gewinn trägt das Risiko. Wer Baseball-Wetten als Investition versteht, kalkuliert mit dieser Streuung. Wer sie als System mit „sicheren Tipps“ begreift, verliert langfristig, weil kein System die Stochastik auflöst. Die Disziplin liegt nicht im Finden sicherer Spiele, sondern im Akzeptieren der Wahrscheinlichkeitsverteilung.
So entsteht eine Wette – der Ablauf bei einem lizenzierten Anbieter
Wer noch nie bei einem lizenzierten Anbieter gewettet hat, unterschätzt oft den bürokratischen Rahmen, der vor dem ersten Tipp steht. Die folgenden Schritte fassen zusammen, was bei einer seriösen Anmeldung passiert – und zwar bei jedem Anbieter, der auf der Whitelist steht, weil die Regeln gleich sind.
Kontoeröffnung
Die Kontoeröffnung beginnt mit der Registrierung, bei der persönliche Daten erfasst werden: vollständiger Name, Geburtsdatum, Adresse. Die GGL verlangt die Vollverifizierung nach § 6a GlüStV, bevor uneingeschränkter Spielbetrieb möglich ist. Vor der Verifizierung gilt eine 72-Stunden-Frist mit 100 € Einzahlungslimit; Auszahlungen sind in dieser Phase nicht möglich. Die Verifizierung läuft über die üblichen Wege – Personalausweis, Adressnachweis, gegebenenfalls eine Video-Identifizierung. Anbieter mit deutscher Lizenz prüfen den Abgleich mit dem OASIS-Sperrsystem und mit der LUGAS-Limitdatei.
Erste Einzahlung
Nach der Verifizierung kann eingezahlt werden, üblicherweise auf das verifizierte Zahlungsmittel, das auf den Namen des Kontoinhabers läuft – eine Vorgabe des Geldwäschegesetzes (§ 6b Abs. 4 GlüStV). Anonyme Zahlungsmittel sind ausgeschlossen, was Kryptowährungen und anonyme Prepaid-Karten aus dem Zahlungsmix lizenzierter Anbieter in der Regel heraushält. Welche konkreten Zahlungsmarken ein Anbieter akzeptiert, ist dessen eigene Entscheidung; die Liste steht in dessen Bedingungen.
Wette platzieren
Die Wette selbst wird im Wettschein zusammengestellt: Auswahl des Spiels, des Marktes, der Quote und des Einsatzes. Bei einer Kombiwette werden mehrere Einzelwetten zu einer Gesamtquote multipliziert, was das Risiko erhöht und die potenzielle Auszahlung ebenso. Die Bestätigung erfolgt vor Wettabgabe; ab dann gilt die Wette als verbindlich. Eine Stornierung ist im Grundsatz nicht möglich – Cash Out, wo verfügbar, ist die einzige Ausnahme, und der Preis dafür ist eine Anbieter-Marge, die von der ursprünglichen Quote abgezogen wird.
Auszahlung
Auszahlungen laufen über das eingezahlte Zahlungsmittel. Die Frist für die Auszahlung des Guthabens bei Kontoschließung beträgt nach § 6b Abs. 6-7 GlüStV fünf Werktage ohne Gebühren. Innerhalb der laufenden Kontoführung variieren die Auszahlungsfristen je nach Anbieter und Zahlungsmethode; konkrete Fristen finden sich in den Bedingungen des Anbieters.
Live-Wetten auf Baseball: was in Deutschland möglich ist
Live-Wetten auf Baseball sind in Deutschland eingeschränkt möglich. Das liegt nicht an einer Sonderregel für Baseball, sondern an der allgemeinen Regel des § 21 Abs. 4 GlüStV: Während eines laufenden Ereignisses darf nur auf den Endausgang gewettet werden oder auf eine Komponente wie das nächste Tor, den nächsten Satz oder ein vergleichbares Ereignis – und nur in Sportarten, in denen solche Ereignisse selten sind.
Was bei Baseball möglich ist
Bei Baseball-Spielen ist die Lage vergleichsweise klar: Der „nächste Run“ ist kein seltenes Ereignis – in einem offensiven Spiel fallen Runs im Sekundentakt. Damit ist der „nächste Run“ im Baseball in der Regel keine erlaubte Live-Wette. Erlaubt ist in der Regel der Endausgang sowie, je nach Plattform und Spielphase, grobgranulare Komponenten, die sich am Inning orientieren. Was genau ein Anbieter listet, steht in dessen Live-Wettprogramm. Die GGL hat zu konkreten Märkten keine generelle Positivliste veröffentlicht.
Was nicht erlaubt ist
Nicht erlaubt sind Live-Wetten auf den nächsten Pitch, den nächsten Strike, den nächsten Hit – allesamt Ereignisse, die im Sekundentakt fallen. Anbieter, die solche Märkte listen, sind nicht in Deutschland lizenziert oder verstoßen gegen ihre Lizenzbedingungen. Wer auf einer Plattform „Next Pitch Yes/No“ oder ähnliche Mikromärkte sieht, sollte die Whitelist dieser Domain prüfen.
Die Rolle der Wettsteuer bei Live-Wetten
Die Wettsteuer wird auch auf Live-Wetten erhoben, nach demselben Mechanismus wie bei Pre-Match-Wetten. Ob der Anbieter die Steuer auf den Einsatz oder auf den Bruttogewinn aufschlägt, ist in dessen Bedingungen geregelt. Eine Auszahlung von 100 € bei einer Quote 2,00 kostet den Anbieter in der Regel etwa 5,30 € Steuer, sofern er sie an den Spieler weitergibt. Wer Live auf Baseball setzt, sollte die steuerliche Behandlung kennen, bevor er einen Einsatz kalibriert.
Wettquoten, Margen und der Auszahlungsanteil – wie Anbieter kalkulieren
Wer zwei Anbieter vergleicht, vergleicht am Ende Quoten. Hinter jeder Quote steht ein Auszahlungsanteil – der Anteil aller Einsätze, den der Markt über alle möglichen Ausgänge hinweg an die Wettenden zurückgibt. Die Differenz zur Gesamtheit der Einsätze ist die Marge des Anbieters, sein Verdienst pro umgesetztem Euro. Wer Margen lesen kann, versteht Anbieter.
Die Grundrechnung
Bei einem Zwei-Wege-Markt mit beiden Seiten 1,90 ergibt sich rechnerisch ein Auszahlungsanteil von 1 ÷ (1/1,90 + 1/1,90) = 0,5 – 50 % der Einsätze werden ausgeschüttet, 50 % verbleiben beim Anbieter. Bei einem Drei-Wege-Markt (Heimsieg, Unentschieden, Auswärtssieg) im Fußball – dort, wo ein Unentschieden möglich ist – mit den Quoten 2,10/3,40/3,50 liegt der Auszahlungsanteil rechnerisch bei etwa 95 %, die Marge also bei 5 %. Diese Margen sind im europäischen Pre-Match-Markt Standard.
Margen in der Praxis
Die Margen auf Baseball-Märkten variieren je nach Anbieter, Markt und Spiel. Pre-Match auf populäre MLB-Spiele liegen die Margen erfahrungsgemäß zwischen 4 % und 6 % – vergleichbar mit europäischen Fußball-Top-Ligen. In den Playoffs und in der World Series sind die Margen oft enger, weil das Wettvolumen groß ist. In den Alternate Lines, bei Team Totals und in kleineren Märkten sind die Margen weiter – 8 %, 10 %, in Nischen auch mehr. Wer in Nischenmärkten spielt, zahlt einen Aufschlag auf den Wettumsatz, der sich in der Bilanz des Wettenden niederschlägt.
Wie Anbieter Quoten anpassen
Wenn das Wettvolumen ungleich auf die Ausgänge verteilt ist, passt der Anbieter die Quote an. Geschieht das im Pre-Match, ist die Bewegung in der Regel klein und entspricht dem Marktgleichgewicht. Geschieht es live, kann die Bewegung rasch und deutlich ausfallen – gerade nach einem Run oder nach einem Pitcher-Wechsel. Wer die Quote beobachtet und seine Wette zeitlich Staffel passt, kann Bewegungen mitnehmen, riskiert aber auch, dass die Quote in die Gegenrichtung läuft.
Was eine „bessere Quote“ konkret bedeutet
Wer auf einem Anbieter eine Quote von 2,00 sieht, auf einem anderen 2,05, gewinnt beim zweiten fünf Prozent mehr Auszahlung pro eingesetztem Euro. Bei einer Wette von 100 € sind das 5 € mehr Auszahlung – brutto, vor Wettsteuer. Über eine Saison mit 50 Wetten und einem durchschnittlichen Quotenvorteil von 2,5 % summiert sich der Effekt auf einen fünfstelligen Betrag. Die Differenz zwischen Anbietern ist nicht symbolisch, sondern messbar.
Auszahlung, Wettsteuer und die konkrete Beispielrechnung
Eine konkrete Rechnung zeigt, wie sich die Variablen überlagern. Der Einfachheit halber bleiben Cash Out, Kombiwetten und Bonusumsatz außen vor – die Grundrechnung gilt für eine Einzelwette.
Ausgangslage
Ein Spieler setzt 100 € auf einen Außenseiter bei einer Quote von 2,50. Der Anbieter gibt die Wettsteuer in seinen Bedingungen an – in diesem Beispiel wird angenommen, dass der Anbieter die Steuer auf den Bruttogewinn aufschlägt (5,3 % des Gewinns, ohne dass der Einsatz besteuert wird). Wer die konkrete Handhabung nicht kennt, sollte in den Bedingungen des Anbieters nachlesen, ob die Steuer vom Einsatz, vom Gewinn oder von der Auszahlung abgezogen wird.
Rechnung
Bruttogewinn = Einsatz × (Quote − 1) = 100 € × 1,50 = 150 €.
Wettsteuer = 150 € × 5,3 % = 7,95 €.
Nettogewinn = 150 € − 7,95 € = 142,05 €.
Auszahlung = Einsatz + Nettogewinn = 100 € + 142,05 € = 242,05 €.
Sensitivitäten
Bei einer Quote von 2,00 sinkt der Bruttogewinn auf 100 €, die Wettsteuer auf 5,30 €, der Nettogewinn auf 94,70 €. Bei einer Quote von 3,00 steigt der Bruttogewinn auf 200 €, die Wettsteuer auf 10,60 €, der Nettogewinn auf 189,40 €. Die Wettsteuer wächst proportional mit dem Gewinn, der Kapitaleinsatz bleibt konstant. Wer vor der Wette weiß, dass der Anbieter die Steuer auf den Bruttogewinn aufschlägt, kann den Nettoertrag präzise planen.
Warum das Beispiel vereinfacht ist
Das Beispiel geht von einem Anbieter aus, der die Steuer auf den Gewinn aufschlägt. Andere Anbieter schlagen die Steuer auf den Einsatz auf, was die Auszahlung im Gewinnfall reduziert. Wieder andere ziehen die Steuer von der Auszahlung ab. Wer drei Anbieter vergleicht, sollte die identische Wette mit identischem Einsatz und identischer Quote rechnen und das Ergebnis ins Verhältnis setzen – die Steuerbehandlung schlägt sich in der Auszahlung unmittelbar nieder, ohne dass die Quote berührt wäre.
Häufige Fragen zu Baseballwetten in Deutschland
Wie wettet man auf Baseball bei einem Anbieter mit deutscher Lizenz?
Wer in Deutschland legal auf Baseball wetten will, braucht ein Konto bei einem Anbieter, dessen Sport-Domain auf der Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder geführt wird. Vor der ersten Wette steht die vollständige Verifizierung mit Personalausweis und Adressnachweis, danach die Einzahlung auf ein Zahlungsmittel, das auf den eigenen Namen läuft. Erst dann kann eine Wette auf ein MLB-Spiel, eine Run Line oder ein Over/Under gesetzt werden.
Was bedeutet die Run Line bei Baseballwetten, und worin unterscheidet sie sich von der einfachen Siegwette?
Die Run Line ist das Baseball-Handicap: Standard ist 1,5 Runs, der Favorit muss also mit mindestens zwei Runs Vorsprung gewinnen, der Außenseiter mit höchstens einem Run verlieren. Die einfache Siegwette (Moneyline) fragt nur, wer das Spiel gewinnt, ohne Vorgabe. Die Run Line gleicht die Quoten an, weil sie die erwartete Torverteilung einbaut, und sie verändert das Risiko in beide Richtungen.
Welche Livewetten auf Baseball sind in Deutschland erlaubt?
Erlaubt sind Live-Wetten auf den Endausgang sowie auf grobgranulare Komponenten, die sich am Inning orientieren. Nicht erlaubt sind Mikromärkte wie „nächster Pitch“ oder „nächster Strike“, weil diese Ereignisse im Sekundentakt fallen und gegen § 21 Abs. 4 GlüStV verstoßen. Welche konkreten Live-Märkte ein Anbieter listet, variiert und sollte vor der Wette im Wettprogramm geprüft werden.
Welche Rolle spielt der Starting Pitcher bei einer Prognose, und warum bleibt jede Vorhersage unsicher?
Der Starting Pitcher hat im Baseball den größten Hebel auf das Spielergebnis, vergleichbar mit dem Torwart im Fußball. Seine Leistungsdaten (ERA, Strikeout-Rate, Walks) verändern die Wahrscheinlichkeitsverteilung eines Spiels stärker als jede andere Variable. Trotzdem bleibt jede Vorhersage unsicher, weil Baseball inherent stochastisch ist: Ein gut platzierter Schlag kann am Tag des Spiels ein Aus oder ein Hit sein, ohne dass die Quote dies vorhersieht.
Wie wird eine Wette gewertet, wenn ein Baseballspiel abgebrochen wird?
In der MLB wird ein Spiel nur dann gewertet, wenn mindestens neun Innings (8,5 bei Führung der Heimmannschaft) gespielt wurden; in den Minor Leagues reichen fünf Innings (4,5 bei Führung der Heimmannschaft). Wird ein Spiel unterhalb dieser Schwelle abgebrochen, wird die Wette in der Regel storniert und der Einsatz erstattet. In der japanischen Profiliga (NPB) endet ein Spiel nach drei Extra Innings unentschieden und wird als Remis gewertet.
Wie wirkt sich die Sportwettensteuer von 5,3 % auf Quote und Auszahlung aus?
Die Wettsteuer beträgt 5,3 % auf der Basis „Einsatz abzüglich der Steuer selbst“ (etwa 5,03 % des eingezahlten Betrags) und wird vom Veranstalter geschuldet. Wie der Anbieter sie an die Wettenden weitergibt, ist in dessen Bedingungen geregelt: Manche schlagen sie auf den Einsatz auf, andere auf den Gewinn, wieder andere ziehen sie von der Auszahlung ab. Eine Auszahlung von 100 € bei Quote 2,00 und Steuer auf den Gewinn reduziert sich um etwa 5,30 € auf rund 194,70 €; die genaue Zahl hängt von der Steuerbehandlung des Anbieters ab.
Was darf gewettet werden?
Erlaubt sind festquotierte Wetten auf den Ausgang eines Ereignisses oder eines Abschnitts davon sowie auf Vorkommnisse im Ereignis – als Einzel- oder Kombiwetten (§ 21 Abs. 1 GlüStV). Voraussetzung ist, dass die Wettart zum erlaubten Sportwettprogramm (§ 21 Abs. 5) gehört. Live-Wetten sind nach § 21 Abs. 4 GlüStV während eines laufenden Ereignisses nur auf den Endausgang oder auf Komponenten wie das nächste Tor, den nächsten Satz oder ein vergleichbares Ereignis zulässig – und nur in Sportarten, in denen solche Ereignisse selten sind. Im Fußball also „nächstes Tor ja“, im Tennis „nächster Satz ja“, aber im Tennis nicht „nächster Punkt“ und im Basketball nicht „nächster Korb“ – diese Märkte sind in Deutschland nicht erlaubt. Bei Baseball-Wetten heißt das: Die Live-Märkte sind auf den Endausgang und auf grobgranulare Komponenten beschränkt.
Verboten sind Wetten auf Ereignisse mit überwiegend Minderjährigen oder Amateuren (in der GGL-Praxis zählt Fußball unterhalb der 3. Liga als Amateurniveau), auf manipulationsanfällige Ereignisse sowie auf Regelverstöße und deren Sanktionierung. Auch Wetten auf gesellschaftliche oder politische Ereignisse sind nicht zulässig. Zu E-Sports hat die GGL klargestellt, dass E-Sports nicht als Sportart anerkannt ist und Wetten darauf in Deutschland nicht möglich sind.
US-Sport – dartswetteni
Content created by the «dartswetteni» team
